Angela Merkel: “Natürlich wäre es schön, mal ganz privat zu sein”

Dienstag, 18. August 2009, 9:07

Durch viel Bewegung” und “ausreichend Schlaf” hat sich Angela Merkel (55) im Südtirol-Urlaub fit für den Wahlkampf
gemacht. Das verrät die Bundeskanzlerin im Exklusiv-Interview mit der Zeitschrift ’Frau im Spiegel’. “Ich habe mir hin und wieder auch mal eine ruhige Stunde auf dem Balkon gegönnt, wo ich nur dasaß und auf die schönen Berge geschaut und dabei nachgedacht habe.”

 

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Bei ihrenWanderungen hängt sie mit den Gedanken “nicht im politischen Alltag, sondern kann mal so richtig den Kopf durchlüften”. Zwar sei sie nicht frei von konditionellen Problemen. “Aber ich versuche immer, meine Routen zu schaffen. Im Urlaub setze ich mich nicht unter Druck, aber ein bisschen Muskelkater schadet schließlich auch nicht.” Das geringe Maß an Privatheit ist für Angela Merkel kein Problem. “Die Freude an der Verantwortung, die vielen schönen Momente, das Spannende oder Unverhoffte in meinem Amt als Kanzlerin überwiegen so sehr, dass ich die Einschränkungen in Kauf nehme”, erklärt sie. “Natürlich wäre es auch schön, ohne den großen Aufwand für die Sicherheit mal ganz privat und unerkannt zu sein. Aber man kann nicht alles gleichzeitig haben.”  

 

Swearing In Ceremony For German Recruits
 

Eine Beißhemmung der Männer ihr gegenüber erlebt sie nicht. Zu ihrer Zeit als Frauenministerin sei das noch manchmal so gewesen. “Aber ich habe schnell gemerkt, wenn es um die Substanz, ums Eingemachte geht, dann kämpft jeder hart.” Da müsse man was einstecken können, und sie müsse “dann auch manchmal austeilen”. Die
Geschlechter-Gewichtung im Team ihres Herausforderers Frank-Walter Steinmeier  – acht Männer, zehn Frauen – zeigt Merkel, dass sich die Zeiten geändert haben. “Frauen gehören mittlerweile selbstverständlich dazu.” Allerdings sei die Politik der Wirtschaft einen Schritt voraus. Merkel zu ‘Frau im Spiegel’: “Ich bin der festen Überzeugung, dass den Vorständen dadurch etwas entgeht.”

Wenn Angela Merkel “eine zeitlich weniger fordernde Arbeit” hätte, würde sie “öfter lange Reisen an fremde Orte unternehmen, zum Beispiel auf den Inkawegen in Peru oder mit der Transsibirischen Eisenbahn oder nach Grönland”.

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